Porträt des Maskottchens von Gründerportraits. Die Website, die einst Gründer/innen aus dem Kölner Raum in Wort und Bild vorstellte, existiert schon lange nicht mehr. Das kann Cosy aber nicht erschüttern. Die alte Häsin hat schon so viel kommen und gehen gesehen… Und der Job als Maskottchen war eh nicht gut bezahlt.

Damals brauchte natürlich auch das Maskottchen ein eigenes Portrait. Dies war in jeder Hinsicht das schönste von allen und soll an dieser Stelle für die Nachwelt erhalten bleiben.

Cosy Mummy – Maskottchen

Cosy Mummy, Maskottchen. Aus dem Leben einer alten Häsin

Um das Maskottchen Cosy Mummy ranken einige Seltsamkeiten. Das fängt schon mit der zoologischen Systematik an. Natürlich handelt es sich bei ihr um ein Kaninchen. Da diese Art aber zur Familie der Hasen gehört, nimmt Cosy es selbst damit nicht so genau. Ihre Gattung jedenfalls ist die der Steiffartigen. Daher stammt auch ihr Name, der sich entweder als kuschelige Mami oder als gemütliche Mumie übersetzen lässt und sich ganz unenglisch [ko:si mummi] ausspricht.

Herkunft und Jugend

Geboren wurde Cosy irgendwann im letzten Jahrhundert in einer norddeutschen Kleinstadt als eins von vielen Kindern der blonden Puppe Julia und des grauhaarigen Teddybären Werner. Die Beziehung zu ihren Eltern bezeichnet Cosy in der Rückschau als eher distanziert. Die zu ihren Geschwistern erlebte sie sogar als partiell problematisch. So musste sie nicht lange trauern, als eine Naturkatastrophe namens Pubertät die Anzahl ihrer Familienmitglieder auf ein Minimum reduzierte. Geblieben sind ihr Tigerin Mona und die Monchichi-Geschwister Monkey und Manko. Später kamen noch ein schielendes Krokodil und eine Hein-Blöd-Wärmflasche hinzu und bereichern seither ihr Leben.

Wie jedes wissbegierige Kind durchlief Cosy eine solide Grundschulbildung. Anders als bei den meisten wissbegierigen Kindern fand diese in Heimunterricht statt. Im Kinderzimmer ihrer Besitzerin lernte sie so erst Lesen, Schreiben und Rechnen und brachte sich auf Basis dieser Grundkompetenzen später alle weiteren Disziplinen selbst bei. Dabei profitierte sie immer von dem aktuellen Ausbildungsstand ihrer Besitzerin und überflügelte diese in den meisten Fächern.

Zum Studium wäre Cosy gerne in die große weite Welt hinausgezogen, bevorzugt ins englischsprachige Ausland. Gezwungenermaßen ging es von der Nordseeküste aber nur ins südliche Niedersachsen. Noch heute schaut sie mit Grauen auf diese Jahre zurück. »In dem Haus lebte ein schrecklicher Hund«, erzählt sie. »Ich träume noch heute oft davon, dass er versucht, mich zu fressen.« Auch mehrere Therapieansätze später hat Cosy dieses Trauma nicht überwunden.

Die Kölner Jahre

Umso dankbarer war sie, als das Leben sie nach Köln brachte. Hier fühlt Cosy sich zu Hause. Allein der Gedanke an ihre Wahlheimat zaubert ein beseeltes Lächeln auf ihre kleine Schnauze, die Ohren fangen an zu wippen und sie stimmt leise in den Willi Ostermann-Klassiker ein: »Ich mööch zo Foß no Kölle gon…«

Seit sie in Köln lebt, widmet sich Cosy umso intensiver ihren Studien. Sie brachte sich den Umgang mit dem Computer selbst bei und verstand schnell, welche Möglichkeiten in der digitalen Anbindung an die große weite Welt stecken. Auf eine eigene Website möchte sie aber lieber verzichten. »Dass ich nun eine eigene Kolumne auf einem Blog habe, soll mir reichen. Ab und an ein bisschen twittern und facebooken, das passt dann schon.« Sie wirkt recht abgeklärt, wenn sie das sagt.

Aber wenn man genau hinschaut, erkennt man ihre gespannte Aufregung und das freudige Blitzen in ihren kleinen Augen. »Ich habe der Welt schon einiges zu geben«, erklärt sie dann. »Hein Blöd zum Beispiel ist seit unserer Zusammenarbeit gar nicht mehr so blöd.« Immerhin verfügt sie über mehrere Diplome und zwei Doktortitel in den Bereichen Dienstleistung, Gastronomie, Handel, Handwerk und Kreativleistung. Woher die stammen, will sie nicht verraten. Sie schwört aber mit ans Herz gehaltener Pfote, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Privat lebt Cosy eher zurückgezogen. Nach einer schlimmen Erfahrung als Kind, als ihre Besitzerin sie in der Kühltruhe einer Metzgerei liegengelassen hatte, geht sie ohnehin nicht mehr gerne vor die Tür. Eine kurze Affäre mit dem schielenden Krokodil endete zumindest nicht blutig. Sie winkt ab: »Ich konzentriere mich lieber auf meine Karriere.« In ihrer Freizeit beschäftigt sich Cosy mit Kaninchenbau-Architektur und nachhaltigem Möhren-Anbau.